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Freud und Leid in Klagenfurt

Da der Ironman Austria das Osterfest des Triathlonsports in Österreich darstellt, hat sich das TTT der Größe nach aufgestellt und die zwei ganz links hingeschickt. Nachdem Rene Bauer und Michael Vilimek leider absagen mussten, blieb es am Präsidenten Franz Leitner und unserem Herrn aus dem Norden Jens Peters die Kohlen aus dem sprichtwörtlichen Klagenfurter Feuer zu holen. Franz erwischte magentechnisch leider einen rabenschwarzen Tag. Das Schwimmen verlief noch recht solide, aber auf seinem Plastikesel bekam keinerlei Nahrung mehr runter. Nach 180km nur mit Wasser (nicht mal Brot!) machte es keinen Sinn mehr, einen Marathon zu bestreiten und er musste das erste DNF seines Lebens hinnehmen. Kopf hoch Franz! Diesmal durften auch die anderen mal gewinnen 😉

Auch Jens erwischte din Wechselbad der Gefühle, das wir hier ausnahmsweise ungekürzt wiedergeben wollen:

"Am Sonntag ging es für mich auf meine zweite Langdistanz, nach dem ich letztes Jahr mein Debüt in Roth feiern durfte.

Die letzte Nacht vor dem Rennen war sehr erholsam und ich kaum nervös! So hab ich mich schon ganz entspannt um 2200 ins Bett gelegt und dann sofort gegen 0230 Uhr eingeschlafen 😂 um nach „erholsamen“ eindreiviertel Stunden später wieder aufzustehen! Egal, denn die wichtigste Nacht ist ja die von Freitag auf Samstag, sagten mir zumindest die erfahrenen Athleten. Und die war ja so halbwegs erholsam! Mit frisch gefüllten Tanks stand ich dann also am Schwimmstart bevor um 07:17 dann mein persönlicher Startschuss fiel. Rein in den See und ab in die erste Disziplin, welche mir vorher sicherlich die größten Bauchschmerzen verursacht hat, soweit raus in den See schwimmen, war nicht gerade meine schönste Vorstellung. Was folgte war ein, für mich, solides Schwimmen ohne Panikattacke 💪🏻 und eine Begegnung mit dem Wurzelwerk eines Baumes im Lendkanal, naja besser der Baum als ein Fisch dachte ich mir 🤷🏼‍♂️. Nach 1:18 ging es dann sehr happy aus dem Wasser in Richtung T1. Weiter ab aufs Rad begann der zweite Teil der Reise. Auf den ersten 60 km hätte ich noch ein sehr gutes Gefühl, was sich allerdings ziemlich bald ändern sollte. Leider bekam ich immer weniger Kohlenhydrate in mich hinein und zusätzlich machen sich die ersten Nacken/Kopfschmerzen breit, naja, ist halt so 🤷🏼‍♂️ also strampelte ich so weiter vor mich hin. Die besten Momente waren der supporting-Crew geschuldet welche mir ordentlich Energie mitgeben haben. Danke schonmal an dieser Stelle an euch alle! 💪🏻😘 Und danke an Stevie, der in grandioser Manier und Bier in einem Sessel den „Piefke“ lautstark angepeitscht hat!

Bei km 150 bekam ich dann aber doch Zweifel wie ich den anschließenden Marathon je bewältigen sollte, aber ja da waren erst nochmal 30km am Rad vor mir. Also eins nach dem anderen dachte ich mir. Nach 6:10h endlich angekommen in T2 ,unter lautstarker Anfeuerung, bereitete ich mich auf den letzten Teil der Schlacht vor. Beim Verlassen der Wechselzone wurde mir zugleich mitgeteilt ich sei der letzte verbleibende der TTT-Familie, was mich zum einen traurig machte für unseren Präsident Franz, aber zum anderen motivierte die Vereinsfarben noch über die Ziellinie zu bringen. (Nachdem es vorher zwei der Familie leider nicht an die Startlinie geschafft haben.) Also machte ich mich auf den Weg, denn mir wurde natürlich mehrfach sehr sehr glaubhaft von sehr vielen Zuschauern bestätigt, dass ich trotz meines eigenen beschissenem Gefühl, noch „richtig gut aus schau“ 😂😂😂 (ich glaube bei keinem andern Sport gibts es einen verlogeneres Publikum 😂) naja was soll’s, gehört dazu 🤷🏼‍♂️ die ersten Kilometer verliefen noch halbwegs nach Plan, doch leider ist es immer schwerer geworden genügen Kohlenhydrate aufzunehmen. Die ersten 21km waren noch „ok“, habe ich immer versucht zumindest irgendwas reinzubekommen. Bei km23 hat sich mein Magen dann dazu entschlossen auch mal wieder auf dem direktem Wege etwas Ballast loszuwerden. Das ganze haben wir dann sechs mal gespielt bevor es dann wieder weiter ging. Bisschen wandern, bisschen laufen, bisschen taumeln…. Ich denke so sollte das von außen ausgesehen haben. Beim km 32, stand die gesammelte TTT-Familie um mich weiter zu pushen. Doch es bot sich ein ernüchterndes Bild für die Supporter-Crew. Ich musste mal wieder anhalten und brach in Tränen aus. Mein Gedanke: ich hör auf, aus, vorbei. Ich kann nicht mehr. Mein Anblick lies auch alle anwesenden kurzerhand verstummen. Noch paar Meter weiter zur nächsten Labe! Und dann hab ich es gesehen, die absolute Rettung, ein Stück der Weltbesten Pizza 🍕(zumindest in diesem Moment😂). Süß geht nicht mehr rein, also dann eben Pizza. Eh scho Wurscht. Ich kann gar nicht beschrieben was diese Pizza und die kurze Begleitung meiner besseren Hälfte in diesem bewirkt haben! Sind ja eh nur mehr 10km, was soll’s. Eh scho Wurscht eben. Also ging es nochmal weiter mit einem halbwegs ansehnlichen Tempo rein in die Innenstadt, einmal um den Lindwurm und wieder retour. Auf dem Weg dann nochmal 2 Gels reingewürgt, was auf einmal wieder gut ging. Und ab nach Hause bringen!

Auf den letzten Metern standen dann nochmal alle Supporter verteilt und trugen mich von meinen eigenen Emotionen überwältigt über die Ziellinie. Nach 12:17h war es dann doch noch geschafft. IRONMAN AUSTRIA ✅

Danke an die gesamte TTT-Familie für den unfassbaren Support auf der Strecke! Und der größte dank geht an Julia! Du warst die letzen Tage der Ruhepol und das Hirn in meiner ganzen Nervosität! Auf der Strecke der absolut beste Support den man sich vorstellen kann!"

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